Jeder von uns wird folgendes Szenario kennen:
Das Training läuft richtig gut. Du schwebst förmlich durch die Einheiten und denkst, dich kann nichts aufhalten!
Dann plötzlich dieser fiese Schmerz nach einer Einheit, Panik bricht aus!

Gaaaanz langsam. Atmen.

Was ist eigentlich Schmerz? 
Schmerz ist laut Weltschmerzorganisation IASP (= International Association for the Study of Pain) ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit einer tatsächlichen oder drohenden Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird.

Sinnes- und Gefühlserlebnis! 

Den Schmerz, den du verspürst, wird vom Gehirn ausgelöst und von unserem Thalamus (Sitz des Bewusstseins) auf die Stelle projiziert.
Denn selbst wenn etwas kaputt ist, muss es nicht gleich für einen Schmerz sorgen, wie eine Studie aus dem Jahr 2015 bewiesen hat (Nakashima et al.  „Spine“). Probanden (n=1211) im Alter von 20 bis 70 Jahren wurden ins MRT gesteckt und nach degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule untersucht. 87%(!) hatten einen Bandscheibenvorfall und waren absolut symptomfrei!!

Schmerz als einzelnes Thema würde hier den Rahmen sprengen, wenn Interesse besteht kannst du mich das gerne wissen lassen.

Folgend bekommst du eine kleine Richtlinie, an der du feststellen kannst, ob dein Gewebe geschädigt ist (struktureller Schaden – z.B.: Entzündungen, Muskelverletzungen, Bänderverletzungen oder Brüche).

Typische Indikatoren für einen Gewebsschaden:

  • Punktueller Schmerz

  • Schmerz ist immer da und an derselben Stelle

  • Der Schmerz ist provozierbar

  • Latenter Ruhe- und Nachtschmerz

  • Der Schmerz bleibt nach Ende der Belastung

  • Wärme macht den Schmerz schlimmer

Der Ruheschmerz ist ein wichtiger Indikator für einen Gewebsschaden. Wenn du entspannt liegen kannst, ist das schon mal sehr sehr gut!

Wenn das bei dir nicht der Fall ist und du nur bei deiner Übung oder Disziplin einen Schmerz hast, wird das eher ein funktionelles Problem bzw. eine Überlastungssymptomatik sein.

Funktionelles Problem/Überlastung:

  • Diffuser Schmerz

  • Schmerz ist situationsbedingt

  • Der Schmerz kann nicht provoziert werden

  • Keine Nacht- oder Ruheschmerzen

  • Der Schmerz hört auf, wenn die Belastung endet

  • Wärme verbessert oder zeigt keine Reaktion

Dies hängt meistens mit Kompensationsmechanismen (wegen zu schwacher Hauptmuskulatur wird auf Nebenmuskulatur ausgewichen, die in der Regel auch zu schwach für die Aufgabe ist) zusammen, muss aber nicht.
Deswegen ist es super wichtig, mit Fachleuten zusammenzuarbeiten, die deine Situation evaluieren.

In den kommenden Beiträgen werden wir tiefer in die Begriffe eintauchen und uns diverse Verletzungsbilder mit den logischen Rehamaßnahmen anschauen.

Bis dahin, bleibt gesund und merkt euch Folgendes:

You can’t go wrong getting strong!

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