Ich bin kein Morgenmensch! Damit meine ich nicht, dass ich morgens schlechte Laune hätte, grummelig wäre und man mich nicht ansprechen könnte, ganz im Gegenteil! Ich bin in der Lage, morgens konzentriert zu arbeiten oder an Vorlesungen teilzunehmen, aber Sport mache ich lieber nachmittags oder abends, wenn ich schon eine längere Zeit auf den Beinen bin. Das ist auch vollkommen okay so! Jeder sollte auf seinen Körper hören und wenn du ein Typ bist, der besser morgens oder besser abends trainiert und du die Möglichkeit hast, das zu tun – warum nicht? Ich habe zum Glück im Moment die Wahl, mein Training individuell in meinem Tag zu planen, weil Arbeit und Uni das zulassen. Das ist nicht immer so und wenn das Training zum Saisonhöhepunkt intensiver wird oder zwei Trainingseinheiten am Tag anstehen, dann trainiere auch ich mal morgens. Im Sommer ist das morgendliche Training auch eine Möglichkeit, den hohen Temperaturen aus dem Weg zu gehen und dem Körper damit nicht zu viel Energie zu rauben, aber grundsätzlich mag ich es nicht!

#noearlybird

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Nicht gerne morgens zu trainieren bedeutet nicht, dass du faul oder motivationslos bist. Es ist nichts Schlechtes, wenn die gefühlte körperliche Leistungsfähigkeit zu einer anderen Tageszeit stärker ist und dann solltest du das nutzen, um das Beste aus deinem Training zu machen! Auch bedeutet es nicht, dass du am Wettkampfmorgen (der Start liegt ja meistens in den frühen Morgenstunden) nicht fit sein wirst, weil du die frühe Belastung nicht gewohnt bist. Die Situation vor einem Wettkampf ist ganz anders als vor einer Trainingseinheit:

  • Du bist nervös, aufgeregt und damit automatisch „wacher“

  • Du stehst früh auf, um deinen Kreislauf in Schwung zu bringen (bei mir ca. 3-3.5h vor Start)

  • Du bist motiviert, weil heute der Tag ist, auf den du hintrainiert hast und du heute alles geben wirst!

  • Wenn du Betreuer oder Freunde und Familie dabeihast, pushen die dich automatisch mit

Hab also keine Angst, dass du durch fehlendes oder unregelmäßiges Frühtraining einen Nachteil hättest.

Für mich spielt die Ernährung beim Thema Frühtraining auch eine große Rolle. So kann ich schlecht unmittelbar nach einer Mahlzeit (sei es auch nur eine kleine) Laufen gehen. Beim Schwimmen oder Radfahren ist das bei mir etwas anders, aber wenn ich direkt vor einer Laufeinheit etwas esse, wird mir oft schlecht. Und so kommen wir direkt zum Nüchterntraining:

Ich trainiere selten früh und deswegen auch fast gar nicht nüchtern! Ich bin keine Ernährungswissenschaftlerin, aber eins steht fest: Nüchterntraining ist zusätzlicher Stress für den Körper. Das ist per se nichts Schlechtes, denn jedes Training soll ja belasten, um uns besser zu machen. Zudem merke ich, dass ich schneller regeneriere und damit fitter für die nächste Einheit bin, wenn ich mich vor dem Training gut verpflegt habe. Das wird vor allem dann wichtig, wenn gleich mehrere Einheiten an einem Tag anstehen und ich trotzdem fit in jedes Training gehen will, um es bestmöglich für mich zu nutzen.

Ich weiß, dass viele Profis das Nüchterntraining als zusätzliche Stellschraube zu einem verbesserten Fettstoffwechsel einsetzen. Aber sind da die Voraussetzungen nicht grundlegend anders? Das Leistungsniveau ist schließlich deutlich geringer und daher die Luft nach oben sehr groß. Habe ich daher als „Hobby-Athletin“ nicht noch viel mächtigere Stellschrauben zur Verfügung, die die Profis schon bis zum Anschlag gedreht haben?